September ist Holunder-Zeit!

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Hallo ihr Lieben!

Wir haben September – und September ist Holunderzeit.

Holunder hat eine sehr kurze Saison (ca. 4 Wochen im September) und meines Wissens wächst er in der Regel wild. Früher hat man ihm magische Kräfte nachgesagt. An Bauernhöfen pflanzte man Holunderbüsche, da diese den Hof schützen sollten.

Für unsere allererste Holunderbeerernte sind der Mann und ich an einem windigen Vormittag mit unseren Gummistiefeln übers Feld hinter unserem Haus gestapft, um an einer Wildhecke zwischen den Feldern die reifen Beeren zu pflücken. Weiter unten findet ihr übrigens auch noch eine Rezeptidee!

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Und sei das nicht schon aufregend genug – ein tolle Abwechslung vom Schreibtisch und dem Sofa! Nein! Auf einmal gab es ein Rumpeln in der Hecke und nur wenige Meter von uns entfernt sprang erst ein Reh, dann ein Rehbock aus der Hecke. Wenige Minuten später auf der anderen Seite ein dicker, fetter Feldhase!

Das war was! Zwei Stadtkinder (oder so ähnlich) auf dem Lande. Irgendwie ganz schön eingeschüchtert und gleichzeitig vollkommen hingerissen sahen wir den Tieren zu, wie sie über die leeren Felder hüpften. Wie ein kleines Bullerbü – sagt der Mann immer…

Für mich sind das die Momente für die wir auf’s Land gezogen sind. Ein allerbester Tag – mit einem vollen Körbchen voller schwarzer Holunderbeeren über’s Feld nach Hause stapfen. Dabei das dicke Flies bis zur Nase zugezogen. Der Mann an meiner Seite – das Reh kaut am Rande des Feldes gedankenverloren an einem Strauch. Im Haus wartet der Ofen und die schwarze Katz. Schon ganz anders als noch Ende letzten Jahres.

Und weitere spannende Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Wir wandern nämlich nicht mehr so richtig zu zweit übers Feld. Das Flies spannt mittlerweile ganz schön über dem dicken Bauch. Nächstes Jahr wollen wir den Holunder mit unserem Baby pflücken gehen. Bis dahin bemühen wir uns alle Augenblicke mit offenen Augen zu genießen. Manchmal fast zu schön, um wahr zu sein!

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Zu Holunderbeeren lässt sich sagen:

Sie haben eine sehr kurze Saison und sind sehr gesund. Erntereif sind sie, wenn alle Beeren schwarz sind. Hübscher und fotogener sind sie vorher – mit ganz unterschiedlich farbigen Beeren – nur reif sind sie dann noch nicht! Roh dürfen sie nicht gegessen werden, denn sie sind giftig. Man muss sie kochen.

Um Holunderbeerensaft zu kochen, braucht es schon eine ganze Menge Beeren! Wir haben fast unseren ganzen Drahtkorb voll geerntet.

Dann habe ich zu Hause in Ruhe noch helle Beeren aussortiert, längere Stiele abgeschnitten und dann die Rispen in einzeln in eine Schüssel mit Wasser getaucht und dann mit der Gabel die Beeren abgestreift.

Aus ungefähr einen Kilo Beeren und einem viertel Liter Wasser habe ich schließlich Holunderbeerensaft gekocht, aus dem man später zum Beispiel Sirup (Gut gegen Erkältung) machen kann. Die Kochzeit beträgt ungefähr 20 Minuten. Danach den Saft durch ein Tuch & ein Sieb gießen, Beeren mit dem Tuch ausdrücken. Wenn man den Saft dann nochmal kurz aufkocht und in sterilisierte Flaschen abfüllt bleibt er lange haltbar.

Eine Rezept-Idee habe ich auch noch für Euch, damit ihr den Holundersaft direkt verwenden könnt. Inspiriert wurde ich durch die Buchteln mit Birnen-Kompott und Thai Basilikum von meiner lieben Blogger-Freundin Lisbeths.

Bei mir gibt es heute Hefe-Buchten mit Holunder-Birnen-Zwetschgen Kompott:

Das Buchtelrezept habe ich von Lisbeths adaptiert, nur einen Teil des Mehls mit hellem Dinkelmehl ersetzt und frische Hefe genommen. Beim nächsten Mal mache ich direkt die doppelte Menge (24 Buchteln).

Für zwölf Buchteln mit Kompott:

100 ml Milch

175g helles Dinkelmehl

100 g Weizen-Mehl

1/2 Packung frische Hefe

3 EL Rohrzucker

50g Butter

1 Ei

Prise Salz

500g Obst (z.B. 3 Birnen, zwei Hände Zwetschgen)

4 cl Holunderbeersaft

150g Rohrzucker

Mark einer Vanilleschote

1/2 TL Zimt

 

Milch mit Butter erhitzen. Auf lauwarme Temperatur abkühlen lassen. Bei zu starker Hitze geht die Hefe kaputt!

Derweil Mehl, Zucker und eine Prise Salz vermischen. Eine Mulde in die Mehlmasse machen, Hefe hineinbröseln, warme, nicht mehr heiße Milch hinzugeben und mit einem kleinen Löffel mit etwas Mehl vermischen, so dass ein recht feuchter Mehlmatsch entsteht und am Rand der Schüssel noch eine Menge Mehl zu sehen ist. Abgedeckt ca. 10 – 15 Minuten erstmals gehen lassen. Danach verkneten und ein Ei hinzugeben. Der Teig sollte noch feucht sein, aber nicht mehr stark kleben. Ggf. wenig Mehl hinzugeben und sich Zeit für’s Kneten nehmen.

Mein Opa sagt, man muss sich einen Hefeteig ans Herz kneten. Zugedeckt an einem leicht warmen, nicht zugigen Ort gehen lassen (40 Minuten bis 1h)

Derweil Kompott machen. Birnen schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Zwetschgen entkernen und in kleine Stücke schneiden. Birnen mit Zwetschgen und Holundersaft in einen Topf geben. Rohrzucker hinzu, gut umrühren und ca. 1h ziehen lassen. Immer wieder durchrühren.
Hefeteig nochmals durchkneten und wieder gehen lassen bis er die Größe verdoppelt hat.
Kompottmasse aufkochen lassen und bei großer Hitze 15 bis 20 Minuten einkochen lassen. Immer wieder durchrühren. Von der Flamme nehmen. Mark einer Vanilleschote und Zimt hinzugeben. In ein Glas geben und abkühlen lassen.
Auflaufform einbuttern und etwas mehlen.
Hefeteig zu einer Rolle formen und in 12 Stücke schneiden. Jeweils ein Stück zu einer Kugel formen und mit einem Nudelholz glattrollen (wie einen kleinen Pancake). Einen Teelöffel Kompott in die Mitte geben und vorsichtig von allen Seiten schließen. Mit der Faltkante nach unten in die Auflaufform geben. 11 Mal wiederholen. In meine Auflaufform würde hervorragend 24 Buchteln passen, deshalb mache ich nächstes Mal gleich die doppelte Rezeptmenge. Nochmal 40 Minuten zugedeckt gehen lassen.
Im vorgeheizten Backofen bei 180° Unter- und Oberhitze ca. 20 Minuten backen. Wer mag bestreicht die Buchteln vorher noch mit flüssiger Butter, dann werden sie außen schön zart.
Übriges Kompott zu den Buchteln reichen.
Guten Appetit!
Macht’s gut ihr Lieben!

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2 Kommentare zu “September ist Holunder-Zeit!

  1. Lovely Julietta,

    da freut sich mein Buchtelherz aber sehr. Eine schöne Idee mit dem Holunder, ich liebe Holunder und habe auch schon etwas damit angestellt, dazu dann demnächst mehr auf meinem Kuchensender, den schönsten Sonntag und liebe Grüße

    karin
    P.s. wo sind denn deine Buchteln? möchte die unbedingt sehen und mir Appetit holen 🙂

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