Drei Blogs, drei Kochlöffel und noch mehr Amaranth

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Wir drei Kochlöffel sind im Amaranth-Fieber!

Wie ihr vielleicht bereits in unseren ersten Amaranth-Beiträgen gelesen habt, sind wir allesamt begeistert vom Wunderkörnchen. Falls ihr Euch jetzt fragt Wunderkorn? Häh? Und welcher Beitrag? Dann habe ich hier den Link zu meinem ersten Amaranth-Beitrag mit meinen Kochlöffeln von carrotsforclaire und 1akitchen. Und damit ihr nicht aus den Augen verliert, warum es sich lohnt zur Amaranth-Tüte zu greifen, kommt hier für Euch nochmal das wunderschöne Amaranthposter mit allen Infos, das Anni für uns gezeichnet hat.

AmaranthPoster

Heute haben wir für Euch übrigens Kekse aus Amaranth“mehl“, Amaranth-Riegel und einen gefüllten Kürbis mit Amaranth vorbereitet. Lecker!

Als wir wieder einmal bei Veronika zu Gast waren, ging es wie gewöhnlich wild durcheinander, so voller Ideen steckten wir. Es wurde eifrig aus Tuppertöpfchen probiert, während wir uns privat auf dem Laufenden hielten, Bloggerfragen klärten und Erfahrungen mit Amaranth austauschten. Dazu genossen wir damals die ersten Erbeeren des Jahres, frisch aufgebrühten Tee aus Duftgeranie und ließen uns ganz nebenbei von Veronikas Töchterchen Claire verzaubern. Ganz wundervoll war diese Atmosphäre…

Und auf einmal stand Veronika mit einer goldenen Dose vor mir und hatte meine ganze Aufmerksamkeit! In dieser Dose versteckten sich nämlich kleine, wunderbare Kostbarkeiten: Veronikas Kekse aus eigens aus Amaranth hergestelltem „Mehl“. In Anführungsstriche habe ich das Mehl gestellt, da es für Mehl doch ziemlich crunchy war – was aber genau den Reiz für mich ausgemacht hat. Die Kekse dufteten ganz wunderbar nach Kardamom, sahen aus wie kleine Knöpfchen – und ich konnte nicht genug davon bekommen.  Besonders fatal, da die Kekse noch für’s Fotografieren benötigt wurden!  😉

Das Rezept für die Kekse findet ihr bei Veronika und ich würde sehr empfehlen es euch nicht entgehen zu lassen! Schaut also unbedingt bei carrotsforclaire vorbei.

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Die liebe Anni hat uns nichts Süßes gebacken, sondern gleich einen ganzen Kürbis mit Amaranth gefüllt! Das gefällt mir besonders gut, da wir ja jetzt, wo es Zeit für den zweiten Amaranth-Beitrag ist, Kürbiszeit haben. Perfekt. Anni füllt ihren Kürbis mit Amaranth, Quinoa und allerlei Kräutern für’s Aroma. Aber das beschreibt sie viel besser in ihrer 1a Kitchen!

Dort hat sie obendrein noch Ideen dazu, wie man meine Riegelchen, für die das Rezept gleich folgt, variieren kann – das hat sie nämlich nach unserem Treffen ausführlich getestet. Das nenne ich Einsatz in Sachen Rezeptentwicklung!

Kürbis

Ich liefer euch heute ein Rezept ab, das ich bereits vor vielen Wochen zum ersten Mal ausprobiert habe – damals in unserer Fastenzeit mit sieben Wochen BananaBread (und Amaranth-Riegeln). Die Fastenzeit hat aufgehört, die Riegelchen sind geblieben. Und ich muss sagen – nicht umsonst! Die Riegel sind lecker, gesund, stillen Hunger auf Süßigkeiten und machen wunderbar satt. Die Inspiration kommt übrigens aus dem Buch vegan for fit von Attila Hildmann. Ich habe aber an den Zutaten gedreht, bis Konsistenz und Geschmack mir besser passten. Zusätzlich zum Rezept liefere ich euch heute eine Faustregel für Zutatenveränderungen, sowie Tipps zur alltagstauglichen Herstellung gleich mit.

Riegel für Zwischendurch aus gepopptem Amaranth mit Cranberry und Aprikose

Ihr braucht:

60g Amaranth-„Popkorn“, bzw. gepoppter Amaranth (z.B. aus dem Bioladen, ich mag Allos. Vorsicht: häufig ist „Popkorn“ gesüßt. Ihr braucht für dieses Rezept umgesüßtes „Popkorn“. Ich bin da schonmal doof reingefallen bei gepopptem Dinkel, der war quietschsüß und hat mir gar nicht geschmeckt.)

70g Kakaobutter (findet ihr z.B. im Bioladen in der Kühltheke)

50g ganze geröstete (ungesalzene) Mandeln (ich bin total verliebt in geröstete und gesalzene Mandeln, knabbere sie gerne zwischendurch, sie machen toll satt und sind unglaublich lecker. Solltet ihr keine finden, könnt ihr auch Mandeln selber in einer Pfanne rösten (dann aber ohne Öl))

50g Trockenobst, z.B. 25g Cranberries, 25g getrocknete Aprikosen
TIPP: Ihr könnt die Riegelchen ganz frei nach eurem Geschmack verändern oder mit dem, was gerade noch da ist improvisieren. Ich halte mich grob an die Regel: Pro 60g Amaranth 50g getrocknete Früchte und 50g geröstete Nüsse.

10g Rohkakao (So, jetzt muss ich aufpassen, dass ich keinen Aufsatz schreibe 😉  Hier könnt ihr eine andere Episode von mir und Rohkakao nachlesen. Ich liebe, liebe, liebe (!) Rohkakao. Konventionelles Kakaopulver und ich hingegen sind nicht so dicke. Rohkakao riecht fantastisch, schmeckt lecker und ist noch dazu gesund, solange er nicht erhitzt und zu stark gesüßt wird. Zugegebener Weise war das Glas, dass ich gekauft habe, ziemlich teuer – trotzdem habe ich es nicht bereut.)

25g Ahornsirup (Mild Grade A) für die, die es wie ich nicht so unglaublich süß mögen. Sonst erhöht doch gerne auf 30g. Alternativ kann auch gut Agavendicksaft benutzt werden, gleiche Menge.

60g Mandelmus
Und noch ein TIPP: Ich habe bereits unterschiedliches Nussmus ausprobiert. Erdnussmus ist für meinen Geschmack deutlich zu bitter in diese Riegel. Ich finde Cashewmus ist eine gute Alternative, aber der Geschmacksunterschied ist nicht besonders groß, vielleicht etwas süßer und feiner. Cashewmus ist aber eher ein teures Nussmus. Ich hatte es noch von der veganen Béchamelsoße da, extra anschaffen würde ich für die regelmäßige Riegelbastelei aber lieber Mandelmus.

An „Werkzeugen“ braucht ihr Backpapier, einen kleinen Topf, eine mittelgroße Schüssel und ein oder 2 flache, rechteckige Plastikdosen, oder Ähnliches (Wichtig: die Dose sollte ins Gefrierfach dürfen und bestmöglich einen Deckel haben. Lest euch am Besten den letzten Abschnitt vom Rezept durch, dort erkläre ich das Vorgehen.  Meine Dosen  sind ungefähr 20x10cm groß)

Und so geht’s:

Kakaobutter bei mittlerer Hitze im kleinen Topf schmelzen lassen.

Geröstete Nüsse und Trockenobst in eine kleine Küchenmaschine geben (ich habe so einen Zerkleinereraufsatz für meinen Pürrierstab) und ordentlich zerkleinern. Denn, je kleiner die Stücke, desto leichter lassen sich die Riegel nachher schneiden und desto besser halten sie meiner Meinung nach auch zusammen.

Falls die Kakaobutter noch nicht komplett flüssig ist, ruhig mal umrühren, sonst von der Hitze nehmen.

Amaranth mit Rohkakao und zerhackten Nüssen/Obst in eine mittelgroße Schüssel geben und kurz vermischen. Kakaobutter hinzugeben, umrühren. Ahornsirup und Nussmus unterrühren bis alle Zutaten ziemlich gleichmäßig verteilt sind.

Flache, rechteckige Plastikdose so mit Backpapier auskleiden, dass die komplette Bodenfläche mit Backpapier bedeckt ist, aber an den kurzen Seiten Backpapier bis über den Rand hochsteht. Also zum Ausschneiden: Ungefähr Breite der Plastikdose aus Backpapier zuschneiden, aber bei der Länge die Länge der Dose plus zweimal ungefähr die Höhe der Dose in einem Stück ausschneiden. Dadurch bilden sich in den Dosen-Ecken keine Backpapierknubbel, ihr habt aber überstehendes Backpapier an dem ihr die Riege aus der Dose ziehen könnt. Verständlich? Ich hoffe ja. Wem’s egal ist, der nimmt halt Knubbel in Kauf – das mache ich auch oft genug. Restliches Backpapier bitte nicht wegschmeißen! Gleich kommt eine Idee, was ihr damit machen könnt.

Nun die Amaranthmasse in die Dosen geben. Ziel ist es einen eher platten Riegel zu bekommen – das ist aber Geschmackssache oder Sache der vorhandenen Dosen 🙂 . Amaranthmasse mit einem Löffel gleichmäßig in den Dosen verteilen und schließlich feste andrücken. Ziel ist hierbei, dass die Amaranthkörnchen und die restlichen Zutaten gut aneinander kleben bleiben. Dazu ist es sinnvoll, dass sie soviel Kontakt wie möglich mit ihren Nebenkörnchen haben, damit Nussmus, Kakaobutter und Ahornsirup eine Chance haben alles zusammenzukleben. Im Originalrezept wird mehr Kakaobutter verwendet, das mochte ich aber gar nicht an meinen Fingern. Ich finde es in dem angegebenen Verhältnis prima und je besser man bei der Zubereitung aufpasst, desto weniger krümelig wird die Angelegenheit später.

Wenn ihr nun zwei (oder mehr oder weniger) Plastikdosen mit ordentlich angedrückter Amaranthmasse habt, die eine ziemlich gleichmäßige Oberfläche bildet, dann habt ihr alles richtig gemacht und könnt die Dosen ins Gefrierfach schieben. Im Kühlschrank klappt es auch, dauert aber länger und ich schneide alles gerne frisch aus dem Gefrierfach.

Jetzt muss gewartet werden. Sollte es mal schnellgehen müssen, würde ich sagen ihr räumt schnell die Küche auf und macht euch einen Tee. Dann könnt ihr die Riegelchen vielleicht auch versuchen schon nach einer Viertelstunde zu schneiden. Ich bereite sie sowieso immer im Voraus vor und lasse sie immer mindestens eine halbe Stunde im Gefrierfach. Dann hole ich die Riegel raus und schneide sie ziemlich sofort mit einem scharfen Küchenmesser in Riegelgröße. Findet dabei eure eigene Technik. Meine ersten Riegel waren ziemlich bröckelig und krumm und schief – aber super lecker! Wie immer, kommen ja auch nur besonders hübsche Exemplare auf die Fotos. Also seid nicht frustriert, sollten die Riegel nicht so aussehen wie erwartet. Hauptsache sie schmecken! Gelagert werden sollten die Riegel in den Plastikdosen im Kühlschrank, damit die Kakaobutter nicht wieder flüssig wird. Sie können aber auch problemlos in Döschen mitgenommen werden. Meine Erfahrung ist, dass sie nicht sofort schmilzen. Vermutlich ist es einen gute Idee, sie ähnlich wie Schokolade zu behandeln – die fließt einem bei 30 °C ja auch schonmal weg.

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Eine nette Idee für übrig gebliebenes Backpapier oder Butterbrotpapier ist, die Riegelchen darin einzupacken und sie mit Masking Tape zu umwickeln. Das sieht hübsch aus und macht die Riegel gut transportierbar. Im Foto sind sie nur halb umwickelt, damit ihr den Inhalt sehen könnt.  Das ist aber auch eine gute Idee, falls zu Hause mal die Finger sauber bleiben müssen, z.B. am Computer 😉

 

Amaranth-Logo

So ihr Lieben – viel Spaß bei Ausprobieren!
Macht’s gut.
Julietta

9 Kommentare zu “Drei Blogs, drei Kochlöffel und noch mehr Amaranth

  1. Pingback: Drei Kochlöffel und eine Handvoll Amaranth – Teil 2 // Three Cooking Spoons and a handful of Amaranth – Part 2 | 1a kitchen1a kitchen

  2. Pingback: Vegane Pasta mit Fenchel & Butternut Kürbis | julietta seasons

  3. Ein herzliches Dankeschön für dieses wunderbare Rezept!
    Die Riegel sind unglaublich lecker geworden. Trockenfrüchte waren bei mir Feigen, Datteln und Maulbeeren, was an Amaranth gefehlt hat, habe ich mit gepufftem Quinoa aufgefüllt, Honig statt Ahornsirup und Nussmus war Haselnussmus aus gerösteten Nüsse. Herrlich, zum Reinlegen! Das Haselnussmus gibt dem Ganzen DEN ganz speziellen Geschmack. Vielen Dank und liebe Grüße! Mali

    • Liebe Mali, entschuldige, dass ich erst so spät antworte. Deine Riegel-Version hört sich wunderbar an! Da hätte ich gerne einen ab. Ganz viele, liebe Grüße J*

  4. Liebe Julietta, habe dir ja schon geschrieben, dass mein Mann und ich deine Amaranthriegel sehr lecker finden. Hab sie schon zweimal gemacht (, genau wie Brownies und Bananenbrot übrigens) 🙂 Jetzt habe ich mir irgendwie in den Kopf gesetzt, das Riegel-Rezept mit gesalzenen Mandeln auszuprobieren (wahrscheinlich weil du geschrieben hast, man soll ungesalzene nehmen ;)) und frage mich, ob das funktionieren könnte. Kakaobutter, Trockenfrüchte und Mandelmus müssten doch auch herzhaft fuktionieren, oder? Meinst du, ich könnte den Ahornsirup weglassen oder klebt die Masse dann nicht zusammen? Ganz liebe Grüße aus Münster, Anne

    • Liebe Anne!
      Wie schön, dass die Riegel auch weiterhin schmecken!
      Mit salzigen Mandeln sind die Riegel bestimmt super! Ich denke das sollte gut funktionieren. In der Regel klebt die Kakao-Butter die Riegel zusammen (der Ahornsirup hilft bestimmt ein wenig). Im Zweifelsfall kann man die Menge der Kakaobutter etwas erhöhen, um auf Nummer sicher zu gehen. Und alle Zutaten schon klein machen – dann kleben sie besser! Falls der Ahornsirup wegen des Zuckers weg soll, dann würde ich es so machen. Falls eine andere Süße besser gehen würde, kann er bestimmt gut gegen Agavendicksaft oder Honig ausgetauscht werden. Den Geschmack sollte das auch bei einem herzhaft-salzigen Riegel nicht negativ beeinflussen.
      Ich bin schon ganz gespannt, wie’s klappt.
      Liebe Grüße vom Lande,
      Julietta

      • Liebe Julietta,
        danke für deine Tipps! Endlich habe ich es geschafft, deine Riegel mal mit salzigen Mandeln auszuprobieren. Ich röste die Mandeln selbst und musste dementsprechend auch selbst salzen, da habe ich mich mächtig gewundert, wieviel Salz ich nehmen musste, damit die Mandeln auch was aufnehmen. Ich habe den Ahornsirup ersatzlos gestrichen, weil ich die Süße im salzigen Riegel nicht haben wollte. Die Menge der Kakaobutter habe ich nicht erhöht. Ich reibe Trockenfrüchte und Mandeln ganz fein, weil ich die Konsistenz der Trockenfrüchte nicht mag (und da werfe ich die Mandeln gleich mit in die Küchenmaschine). Und ich muss sagen, dass meinem Mann und mir auch die salzigen Riegel sehr gut geschmeckt haben! Die süßen werde ich auch weiterhin machen, aber als Abwechslung gefällt mir die Variante. Und als nächstes probieren wir das Ganze mit Erdnüssen (gesalzen und vielleicht gepfeffert) und Erdnussmus als kostengünstigere Alternative. Und es reizt mich auch, Cashewmus und Cashewkerne noch auszuprobieren.
        Liebe Grüße,
        Anne

  5. Pingback: Endlich ist das Kochbuch da! | Frederik

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