Julietta backt: Torte mit Whiskey-Karamell & Mascarponecreme

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Am 23. August gab es etwas zu feiern!

Und jetzt schafft es das Rezept zu diesem wunderbaren Anlass endlich auf den Blog und zu Euch.

Wenn ganz besonders gute Freunde heiraten, dann ist es einfach nicht mit einem Null-Acht-Fuffzehn-Geschenk getan. Darum haben der Mann und ich im Vorfeld keine Mühen gescheut und fleißig Torten ausprobiert, gebacken und an unsere Freunde verfüttert. Zum ersten Mal seit meiner eigenen Hochzeit hatte ich nämlich vor mich als Hochzeitstortenbäckerin zu betätigen.

Doch so richtig wollte keine Torte dem Anlass vollkommen gerecht werden.

Erst als mir der Gedanke mit dem Whiskey kam – da nahm die Hochzeitskreation so richtig Gestalt an. Dann brauchte es nur ein wenig Tüftelei in der Küche, noch eine misslungende Probe und eine gelungene Generalprobe, und kaum einmal geblinzelt, kam bereits die Woche vor der Hochzeit – oder, wie sie in meinem Kalender seit Jahresanfang heißt – die Tortenwoche!

Komisch – da war ich auf einmal fast so aufgeregt, wie bei meiner eigenen Hochzeit. Aber sollte schon schiefgehen! 😉

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Die Hochzeitsdeko & Papeterie waren in diesem Fall das Werk der Braut und viel zu schön, um sie euch vorzuenthalten.

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Dies ist übrigens bereits meine zweite Hochzeitstorte.

Die erste Hochzeitstorte habe ich zu meiner eigenen Hochzeit gebacken. Seither bin ich ganz verliebt in das Backen von Torten – obwohl ich Torte gar nicht so gerne esse. In meinen Augen ist aber wenig entspannender als das Backen von Biskuit-Böden.

Nur leider schmecken viele Torten nicht so gut, wie sie aussehen, oder sehen nicht so gut aus, wie sie schmecken. Da lohnt sich selber backen – auch wenn eine Hochzeit ins Haus steht. Nur gute Nerven braucht man als Hochzeitstortenbäckerin. Und nach der mislungenen Probe war ich gerüstet – mit einem extra großen Vorrat an Sahne. 🙂

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Es gab bei dieser Hochzeit schließlich dann nicht nur eine Torte – sondern sogar gleich zwei, wie ihr vielleicht schon auf den Bildern gesehen habt :-).  Die zweite Torte hüllte sich außen auch in Mascarponecreme – innen drin, da überzeugte sie aber mit Zitronen-Mohn-Kuchen und caipirinha-inspirierter Sauerrahmcreme. Das Rezept für diese Kreation teile ich mit Euch an späterer Stelle – heute soll die Whiskey-Torte im Mittelpunkt stehen.

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Jetzt lass ich euch aber nicht länger warten – hier kommt das Rezept

für die Hochzeitstorte von D&M – Straciatellabiskuit mit salzigem Whiskey-Karamell und Mascarpone-Creme.

Für eine Torte mit 25cm Durchmesser braucht ihr:

6 Eier (getrennt 6 Eigelb, 6 Eiweiß)

1 Eigelb

560g Zucker

410g Weizenmehl

3,5 TL Backpulver

4 Blatt Gelantine (kann optional auch weggelassen werden, dann ist die Torte weniger standfest)

1 Liter Sahne

500g Mascarpone

ca. 300g Puderzucker

200 g Schokolade (ich mag Rittersport Halbbitter)

ca. 120g Butter

Whiskey (z.B. Jack Daniels)

Frische Vanille, Bio-Zitronen-Schale, Schokostreusel oder -flocken, Salz, Kakaopulver

Backpapier, Frischhaltefolie, Trockenerbsen zum Blindbacken

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Und so geht’s:

1. Tortenböden backen:

Biskuit:

Backofen auf 175 °C vorheizen (Mein Backofen ist übrigens eher heiß).

Ich orientiere mich für die Verhältnisse bei den Böden an den Rezepten der Konditorei meines Vertrauens Issl. Ich habe die Mengen nach meinen Wünschen verändert und teilweise Zutaten ersetzt. Solltet ihr mal in Münster sein und euch nach toller Torte sehnen – dann schaut doch mal bei Issl vorbei – es lohnt sich!

Ich habe übrigens eine runde Push-up Backform mit hohem Rand mit 25cm Durchmesser – dafür passt die Menge des Biskuitteigs. Ich lege den Boden der Form mit Backpapier aus.

Für den Biskuit 6 Eier trennen. Eiweiß steifschlagen, dann 260g Zucker einrieseln lassen. Eigelb kurz mit unterschlagen. 300g Mehl, 3 TL Backpulver, Vanille & Schokostreusel nach Geschmack mischen und vorsichtig, aber gründlich unterheben. Teig in Form einfüllen.

Bei 175 °C Umluft ca. 30 Minuten backen. Im Backofen abkühlen lassen.

Mürbeteig:

60g Butter, 35g Zucker, 1 Eigelb und 110g Mehl mit 1/2 TL Backpulver, einer guten Prise Salz, frischer Vanille und abgeriebener Zitronenschale zu einem mürben Teig kneten. Mehrere Löffel Kakaopulver hinzufügen bis ein schokobrauner Teig entstanden ist. In Frischhaltefolie mind. 1 Stunde kaltstellen.

Backform mit Backpapier auslegen, Mürbeteig gleichmäßig in der Backform verteilen (Ich drücke den Mürbeteig stückchenweise mit den Fingern in Form). Mit einer Gabel regelmäßig einstechen, mit Backpapier belegen und Trockenerbsen auf diese Backpapierschicht geben (Blindbacken).

Bei 175 °C Umluft erst 20 Minuten blind backen, Erbsen und Backpapier entfernen, dann nochmal 3-5 Minuten backen.

2. Tortenböden vorbereiten:

Schokolade über einem Wasserbad schmelzen.

Abgekühlten Biskuitboden gleichmäßig horizontal in 3 Platten schneiden. Ich nehme dafür ein großes Küchenmesser, habe aber auch ein Tortenschneidegerät mit einem Draht, das gut funktioniert. Ich finde es hilfreich erst mit einem Messer die etwas härtere „Kruste“ rundherum in der richtigen Höhe anzuritzen, das erleichtert das Schneiden.

Zwei Platten oben mit Schokolade einstreichen. Hierbei gilt: Ich nehme den usprünglichen Boden des Biskuits als „Deckel“, beziehungsweise schließlich oberste der drei Biskuitplatten, wenn ich die Torte stapel. Diese Schicht muss nicht mit Schokolade eingestrichen werden. Die ursprünglich oberste Seite nehme ich als Mittelschicht, zuvor drehe ich sie um, dann streiche ich sie ordentlich mit der geschmolzenen Schokolade ein, genauso eine Seite der weiteren, dritten Biskuit-Platte.

Karamell kochen: Rührbesen bereithalten! ca. 270g – 300g  Zucker mit 4 EL Wasser in einem Topf erhitzen. Wenn die Masse karamellisiert (das dauert eine ganze Weile) 60g Butter und 2-3 weitere EL Wasser hinzufügen und fleißig rühren, von der Kochplatte nehmen. 100 – 120ml Sahne einrühren, weiter abkühlen lassen. Mit Whiskey (mind. 6cl) und Salz abschmecken. Weiter abkühlen lassen.

Mürbeteigmoden mit Karamell bestreichen und eine Biskuitplatte „daraufkleben“. Auch auf die mit Schokolade bepinselte Biskuitschicht Karamell aufpinseln. Genauso auf die andere, zweite Biskuitschicht mit der Schokoglasur.

3. Torte füllen:

Jetzt braucht ihr einen Tortenring oder den Rand eurer Springform. Ich nehme gern den Rand meiner Backform. Vorher lege ich den Mürbeteig/Biskuit-Boden bereits auf die Tortenplatte auf der die Torte später präsentiert wird. Dann stülpe ich den Rand der Backform falschherum um den Mübeteig/Biskuit-Boden.

4 Gelantineblätter in kaltem Wasser einlegen.

Halben Liter Sahne schlagen und kalt stellen. Kurz zum Thema Sahne: Ich habe beim Probebacken die Erfahrung gemacht, dass es sehr hilfreich sein kann, immer genug geschlagene Sahne parat zu haben, um nach Geschmack und für die entsprechende Konsistenz ggf. noch etwas mehr Sahne unterheben zu können. Deshalb empfehle ich lieber direkt etwas mehr Sahne zu schlagen und diese geschlagen im Kühlschrank aufzubewahren. Ihr könnt das natürlich auch anders machen. Dann schlagt an dieser Stelle 200 – 250 ml Sahne.

150g Mascarpone mit 100g Puderzucker glattrühren, etwas Whiskey untermischen (ca. 4 cl).

Gelantine ausdrücken und in einem kleinen Topf auflösen. Ist die Gelantine aufgelöst einen EL der Mascarponemasse unterrühren und dann alles in die Mascarponemasse geben. Umrühren. Ungefähr die Hälfte der geschlagenen Sahne unterheben und Schokostreusel unterheben, abschmecken.

Die Hälfte der Masse auf den Mürbeteig/Biskuitboden geben. Vorsichtig den nächsten Biskuitboden (den mit der Schoko-Kramellschicht) auflegen. Zweite Hälfte der Mascarponemasse auffüllen und den Biskuit-Deckel auflegen. Tortenplatte vorsichtig für mehrere Stunden kaltstellen. Restliche Sahne kaltstellen.

4. Torte fertigstellen & einstreichen:

350g Mascarpone mit 200g Puderzucker glattrühren.

500ml Sahne steifschlagen. Die geschlagene Sahne unter die Mascarponemasse heben. Eventuell noch mehr geschlagene Sahne von Schritt 3 hinzufügen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Beim Einstreichen beginne ich mit dem Tortendeckel. Ich arbeite mit einer langen geraden Palette und einem Silikonspachtel. Wichtig ist es, dass keine Krümel vom Kuchen in die Sahnemasse geraten, deshalb es es wichtig auch die Arbeitsgeräte sauber von Krümeln zu halten. Ich gebe mit dem Spachtel mehrere großzügige Kleckse Sahnemasse in die Mitte der Torte. Ich lege die Palette auf diese Masse, halte die horizonal und drehe langsam die Tortenplatte, so dass sich die Sahnemasse langsam auf der Torte verteilt. Wenn nötig gebe ich mehr Sahne auf die Torte und verteile genauso, drehend weiter bis die Masse an den Seiten über den Rand der Torte steht/rutscht.

Im nächsten Schritt „klebe“ ich Stück für Stück Sahnemasse mit dem Spachtel an die Seite der Torte. Dies muss nicht besonders ordentlich sein, da ich im nächsten Schritt die Sahne mit der Palette verteile indem ich wieder die Tortenplatte drehe. Diesmal halte ich die Palette senkrecht und mit der flachen Seite an die Tortenrundung.

Jetzt solange Sahnemasse an den Seiten und auf der Torte hinzufügen und mit der Palette drehend verteilen bis ihr mit dem Ergebnis zufrieden seid.

Passend zur Hochzeitsdeko habe ich die Torte übrigens locker mit Blaubeeren dekoriert. Die Herzstäbchen sind ganz schnell selbst gemacht aus langen Holzspießen, Bastelkleber und zwei ausgeschnittenen Herzen aus Packpapier.

Und jetzt endlich: Lasst es euch schmecken! Hoch lebe das Brautpaar!

Zuletzt jetz noch einmal auf diesem Wege:

D&M – herzlichen Glückwunsch! Ich hoffe ihr hattet einen unvergesslichen Tag.

– eure persönliche Hochzeitstortenbäckerin

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8 Kommentare zu “Julietta backt: Torte mit Whiskey-Karamell & Mascarponecreme

  1. Hut ab, liebe Julia!!! Sieht fantastisch aus. (Ich für meinen Teil finde das Hochzeitstortenbacken inzwischen viel zu aufregend – und dann heiraten die meisten ja im Sommer, wenns schnell mal heiß werden kann, und die Sahne schon beim angucken gerinnt… =) schade dass wir uns heute nicht gesehen haben. Auf ganz ganz bald I hope!)***

  2. Respekt liebe Julietta, du bist wirklich eine gute Freundin! Meine Cousine hat zu unserer Hochzeit eine Sachertorte mit 40 (!) Eiern verbacken. Das rechne ich ihr bis heute hoch an. Ich bin sicher, deine Freundin weiß deinen Aufwand zu schätzen, erst recht nach diesem Post!
    Ich drück dich!

  3. Liebe Julietta,
    ich habe deine Torte im Januar nachgebacken und -großes Lob- sie ist super angekommen. Ich liebe gesalzenes Caramel!
    Gebacken habe ich schon viel, aber das war meine erste „richtige“ Torte.
    Würde mich freuen wenn du bald das Rezept für die Zitronen-Mohn-Torte veröffentlichen würdest, bin ganz gespannt die auszuprobieren.
    Gruß Maria

    • Hallo Maria,
      herzlichen Dank für die Rückmeldung. Ich freue mich riesig, wenn meine Rezepte wirklich nachgebacken werden und dann auch noch schmecken! Ich versuche dran zu denken ganz bald das Rezept für die Zitronen-Mohn-Torte in einen Beitrag zu packen. Ganz liebe Grüße,
      Julia

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