DIY Pasta: saisonal mit Bärlauch und Spinat

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Ihr Lieben!

Vielleicht erinnert ihr euch noch: Im Interview mit Kerstin habe ich erzählt, dass außer der Blogger-Welt nur mein Mann und meine Eltern von diesem Blog wissen. Vor meinen Freunden, Kollegen und der restlichen Familie habe ich meine Blogleidenschaft geheim gehalten. Naja, dazu kam es genau gesagt ja eher zufällig, weil alles so hopplahopp ging, aber dann war mein Blogleben so ein bisschen, wie meine zweite Identität. Weg von der Arbeit, ab in den Bioladen, ran an den Kochtopf und die Kamera! Und „draußen“ wusste keiner, was sich hier hinter verschlossenen Türen so abspielt… 😉

Vergangene Woche habe ich entschieden diesem Doppelleben ein Ende zu machen und habe an einem sommerlichen Abend auf meinem Balkon die erste Person eingeweiht. Das war umso spannender, weil es den Blog ja nun bereits seit über 3 Monaten gibt. Und die Person sollte nicht nur von meiner kleinen Seite wissen, sondern sich auch noch gleich für einen Beitrag ins Zeug legen.

So kommt es, dass ich euch an dieser Stelle meine Kochkomplizin Karen vorstellen darf. Ich gehe davon aus, dass sie mich auch in Zukunft bei größeren Mehlwirbelaktionen, wie der heutigen, unterstützen wird, also sagt lieb Hallo. Karen und ich teilen nicht nur die Liebe zum Kochen, Basteln und zu guten Zutaten, sondern auch das kleine Fünkchen Wahnsinn, dass man braucht, um trotz wartendem Ehemann im Wohnzimmer einfach schneller an der Nudelmaschine zu drehen, nur um doch noch die dritte, mehrfarbige Teilvariante in den Kochtopf zu befördern. Karen mag sich, ebensowenig wie ich, nicht auf ein Rezept beschränken und nickt zustimmend, wenn ich bewundernd feststelle, dass die Schürze farblich zum Kochoutfit passt und das die Fotos nicht verhunzt. Mein Mann findet im Kleid zu kochen etwas absurd – Karen nicht. 🙂

Ihr seht, wir passen irgendwie genau richtig zusammen. Deshalb geht hier auf diesem Wege jetzt erneut ein großes Danke an meine Karen für den geteilten Enthusiasmus. Många Tack!

Heute haben wir nur so mit dem Mehl gewirbel, kann ich euch sagen! Und eine Menge Ricotta musste auch dran glauben. Heraus kamen drei unterschiedliche Nudelteige und vier unterschiedliche Füllungen für Ravioli oder Tortellini.

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An dieser Stelle möchte ich euch die Fotos von dieser Aktion präsentieren, unsere Erfahrungen mit euch teilen und zu guter Letzt das Rezept für die Bärlauch-Pasta und die Spinat-Füllung in Gänze vorstellen.

Wie haben gleich drei unterschiedliche Pastateige zubereitet, rote Pasta, grüne Pasta, beide aus Weizenmehl und Dinkel50%Vollkornpasta.

Die goldene Pastaregel scheint übrigens zu lauten: pro 100g Mehl ein Ei.

Wir haben für die helle Pasta ein fertiges Pastamehl (feines Weizenmehl 00 und Hartweizengrieß) verwendet, mit welchem wir ganz gut zufrieden waren. Ich neige zwar dazu für solche Aktionen gleich einen Sack Hartweizengrieß italienischer Herkunft beim Fachhändler zu bestellen, aber wenn man die Lage realistisch einschätzt, ist man mit so einer Tüte Pastamehl für den Anfang sehr gut bedient.

Noch viel glücklicher jedoch war ich mit den Ergebnissen aus Dinkelmehl. Aber Dinkel und ich teilen sowieso eine ganz besondere Beziehung über die ich euch schon ganz bald berichten möchte. Dann teile ich auch mein Dinkelpastarezept mit euch. Versprochen!

An dieser Stelle möchte ich euch das Rezept für hervorragende Bärlauchnudeln vorstellen, gefunden bei fool for food. Bärlauch hat gerade Saison und gibt der Pasta direkt eine würzige, knoblauchähnliche Note. Hier kommt das Rezept:

300g Pastamehl (feines Weizenmehl und Hartweizengrieß)

3 Eier

40g frischen Bärlauch

Wir haben eine kleine Prise Salz hinzugefügt, da wir das Orginalrezept nicht ordentlich gelesen hatten, hat dem Rezept meiner Meinung nach nicht geschadet, kann aber auch gut weggelassen werden.

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Mehl auf ein Holzbrett geben, einen Kreis mit großer Mulde in der Mitte bilden, wie bei einem Vulkankrater. Bärlauch waschen, Stiele entfernen und mit den Eiern im Mixer/Zerkleinerer pürieren. Bärlauch-Ei-Mischung in die Mulde geben und erst mit einer Gabel Eier verschlagen und langsam Mehl untermischen, dieses Vorgehen bringt Luft in den Teig. Sobald sich ein Teig bildet mit den Händen weiterkneten. Ordentlich kneten, dann eine Kugel bilden.

Teigkugel mindestens 30 Minuten in Frischhaltefolie ruhen lassen. Danach haben wir den Teig durch die abgestaubte Pastamaschine meiner Mutter gerollt, bis einschließlich Stufe 7, dann war der Teig superhauchdünn! Danach ab durch den Bandnudelaufsatz und unserer Erfahrung nach am Besten direkt ab damit ins kochende Salzwasser.

Nach ca. 2 Minuten abgießen oder abschöpfen und auf jeden Fall kalt abschrecken – sonst bekommt man ganz schnell einen Teigklumpen! Wir haben die Pasta direkt aus dem Sieb gegessen – ohne Soße, weil sie so köstlich war!

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Herrliche Pasta war uns aber nicht genug!

Wir haben zusätzlich gefühlt 5 Tonnen Ricotta in die unterschiedlichsten Pasta-Füllungen verwandelt. Welche das waren, haben wir für euch fotographisch festgehalten.

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Heute habe ich für euch das Rezept für die herrliche Spinat-Ricotta-Füllung mit frischem Parmesan. Es passt auch prima zu den Bärlauchnudeln.

Um Ravioli herzustellen, erst den Pasta-Teig eurer Wahl (vielleicht mit Bärlauch? ;-)) bis Stufe 6 durch die Nudelmaschine schicken, dann einfach mit einem runden Ausstecker Kreise ausstechen(ich nehmen so einen Portionierring, den ich habe, aber sonst nie benutze). Ganz wenig Füllung in die Mitte des Teigkreises geben, die Klebestelle leicht anfeuten (vorsicht, nicht zuviel Wasser nehmen!), dann zusammenklappen und mit dem Finger oder einer Gabel festdrücken. Auf eine gemehlte Oberfläche legen und ein bißchen trocknen lassen. Dann für ca. 5 Minuten in sprudelndem Salzwasser kochen.

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Für die Spinat-Ricottafüllung, frei abgewandelt nach diesem Rezept, braucht ihr:

500g frischen regionalen Spinat vom Markt

150g Ricotta

ca. 80g frisch geriebenen Parmesan

2 Eigelb

Salz, Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss

Spinat waschen, Stiele entfernen und in wenig Wasser kochen bis er zusammenfällt. Abgießen und abkühlen lassen. Danach ordentlich ausdrücken, um Wasser zu entfernen. Kleinschneiden und mit Ricotta, frisch geriebenem Parmesan und den Eigelben vermischen. Mit Salz, Pfeffer und ordentlich Muskatnuss abschmecken.

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Auf vielen Blogs liest man, dass wer einmal Pasta selbst gemacht hat, nie wieder gekaufte Pasta essen möchte. Darüber haben Karen und ich beim Mehlwirbeln Scherze gemacht, dass es uns nicht so gehen würde. Dafür seien wir viel zu faul!

Und dann kam es mal wieder anders. Mit jeder Nudel wurden wir nur um so entzückter… Selbstgemachte Pasta ist ein himmlischer Genuss! Und dazu kommt, dass wir gar nicht aus dem Staunen heraus kamen, dass diese Nudeln wirklich aussahen, wie echte Nudeln – und wir hatte die gemacht! Wunderbar!

Also schreckt nicht zurück. Sucht im Schrank nach der unbenutzten oder alten Nudelmaschine, oder fragt mal eure Mütter, Tanten oder Freundinnen, wer so einen Schatz versteckt und nicht benutzt. Ich bin mir sicher, dass ihr fündig werdet.

Und macht euch an die Arbeit. Aber ein letzter Rat zum Schluss: Macht nicht gleich drei Teige und vier Füllungen auf einmal. Wir hatten zwar einen riesen Spaß, aber auch zahllose Minuten voll Erschöpfung, Überdruss und Zeitschwierigkeiten.

Macht’s gut.

Julietta

Font in den Bildern: Dawning of a new Day von kimberly geswein, gefunden auf dafont.com

4 Kommentare zu “DIY Pasta: saisonal mit Bärlauch und Spinat

  1. Pingback: Dinkel-Galettes mit Pflaumen & Brombeeren | julietta seasons

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