Spargel-Quinoa und ein Waffenstillstand mit Schaf & Ziege

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Spargel mag ich. Ich mag auch Spinat und Rosenkohl und viele Gemüsesorten, sonst bin ich eher lecksch. So, jetzt ist es raus: ich bin ziemlich wählerisch beim Essen, hier in Westfalen nennt man das lecksch. Und das bin ich. Bislang habe ich mir dazu immer positive Gedanken gemacht – „Ich weiß halt, was ich will“ „Ich mache mir Gedanken, über das was ich essen möchte“ und so ähnlich.

Dann waren wir in Australien und das Essen war hervorragend! Aufgrund meiner Pingelingkeit war ich aber immer wieder auf wenige Gerichte beschränkt, wogegen mein Allesesser-Ehemann aus dem Vollen schöpfen konnte. Im Gespräch mit Freunden, die wir dort besucht haben, kam mir dann das erste Mal der Gedanke vielleicht irgendwann einmal etwas an diesem Zustand zu verändern. Gedanken schnell gehabt, Gedanke schnell verworfen – diese Phänomen kennt ihr vielleicht.

Kürzlich habe ich dann irgendwo nebenbei von Jeffrey L. Steingarten gehört. Steingarten wurde irgendwann Gastronomiejournalist/kritiker für die Vogue und soll zu diesem Zeitpunkt beschlossen haben, dass er nicht wirklich objektiv urteilen kann, wenn er nach seinem persönlichen Geschmack bestimmte Speisen vermeidet, z.B. Kimchi. So machte er es sich zum Ziel umzulernen! Geschmack und Vorlieben sind mindestens zu einem Großteil erlernt, deshalb macht das ja eine Menge Sinn.

In freier und lockerer Anlehnung an Herrn Steingarten zog ich also aus, um mich ganz behutsam mit Lebensmitteln auseinanderzusetzen, die bereits in meiner Kopf-Kategorie „mag ich nicht 😛 “ abgelegt waren. Natürlich bestellte ich mir auch Steinbecks Buch The Man Who Ate Everything, um die Motivation aufrechtzuerhalten und mich weiter in die Geschichte einzulesen.

Hier möchte ich euch heute die Erfahrungen des ersten, in einer hoffentlich längeren Reihe von Experimenten, aus der Reihe What Julietta Didn’t Eat (So Far) vorstellen: Schaf- und Ziegenkäse.

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Stand zum Schaf- und Ziegenkäse letzte Woche: Mag ich nicht! Schmeckt, wie Ziege riecht! Ich mag nur Kuhmilchprodukte und auch nur, wenn die nicht müffeln…. Bäh! 😉

Dann habe ich mir eine tolle neue Kochzeitschrift gekauft, das Veggie Journal, und wollte unbedingt den frischen deutschen Spargel in Quinoa mit Spargel und Feta verwandeln. Passender Weise war der Bio-Feta im Laden meines Vertrauens aus Schaf- und Ziegenmilch. Unbekannter Weise tauchte Herr Steingarten in meinen Kopf auf und sagte „Na, wenn das kein Zeichen ist! Perfekte Gelegenheit! Also leg den Balkan-Käse aus Kuhmilch wieder ins Regal und greif nach dem echten Feta. The Blogger who ate everything! :-)“

Das Ergebnis dieser persönlichen geschmacklichen Herausforderung teile ich mit euch am Ende dieses Eintrags. Zuvor möchte ich euch dieses wundervolle Rezept nicht vorenthalten. Es kommt ursprünglich aus dem Veggie Journal Ausgabe 02/2014 und wurde von mir etwas abgewandelt. Ich habe die Ingwer- und Spargelmenge erhöht, weißen Spargel hinzugefügt und die Fetamenge reduziert.

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So geht’s

500g weißer Spargel (gerne auch Spargelbruch)

250g grüner Spargel

400ml Gemüsebrühe (hefefrei)

250g weißer Quinoa

100g Feta

100ml Apfelsaft (naturtrüb)

20g Ingwer (ich finde es darf reichlich sein)

1 Zwiebel

Der Saft einer Zitrone

Chili (entweder geflockt oder frisch)

3 EL Olivenöl

Pfeffer, Salz, scharfes Chilipulver aus dem Asialaden

Zwiebel, Ingwer schälen und ggf. mit Chili fein hacken. In einem EL Öl anschwitzen (Olivenöl sollte auf keinen Fall zu heiß werden). Mit Brühe und Apfelsaft ablöschen, einmal aufkochen lassen und den Quinoa hinzufügen. Bei wenig Hitze 15 Minuten garen. Währenddessen den Spargel waschen, schälen und in Stücke schneiden. Ca. 5 Minuten in Salzwasser kochen, dann abgießen.

Spargel in den fertigen Quinoa geben mit Olivenöl und Zitronensaft und den Gewürzen abschmecken. Feta würfeln und in den noch warmen Quinoa geben. Abkühlen lassen.

Mir schmeckt das Gericht warm, aber vor allem auch abends oder am nächsten Tag abgekühlt. Lecker!

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Mittlerweile habe ich den Quinao zweimal so gegessen und einmal sogar gratinierten Ziegenkäse auf Brot in einem Restaurant. Und ich würde sagen, ich habe einen Waffenstillstand mit diesem Geschmack geschlossen. In der richtigen Kombination, für mich vor allem mit Säure und Würze und in Maßen, sind Schafs- und Ziegenkäse auf jeden Fall mittlerweile eine Möglichkeit geworden, wenn ich sie mal auf einer Speisekarte oder in einem Rezept entdecke. 🙂 Und das hervorragende Quinao-Rezept ist fest ins Repertoire aufgenommen! Unbedingt nachkochwürdig.

Mal sehen, welche geschmacklichen Herausforderungen in Zukunft auf mich warten.

Macht’s gut ihr Lieben!

7 Kommentare zu “Spargel-Quinoa und ein Waffenstillstand mit Schaf & Ziege

  1. Liebe Julietta, finde ich richtig toll, dein Vorhaben! Das klappt auch weiter ganz toll, du wirst sehen! An was ich meinen Mann schon alles „umgewöhnt“ habe… 😉
    Und das Rezept finde ich auch super!
    Kuss und einen tollen Tag!
    Veronika

  2. Liebe Yvonne! Wie schön, dass Dir das Rezept gefällt, es schmeckt wirklich hervorragend. Und Danke für die Verlinkung, das freut mich riesig!
    LG Julia

  3. Pingback: Juni – Endlich Erdbeerzeit! Adé Spargel. | julietta seasons

  4. Pingback: veganes Kopfsalat-Pesto | julietta seasons

  5. Grüß dich liebe Juliette,
    Zaubere grade das quinoa, aber mit Wirsing. LEEEEEECKER.
    Ich bin gespannt, was mein Göttergatte dazu sagt. Gott sei Dank probiert er alles, was ich ihm kredenze.
    Vielen Dank für diesen zauberhaften Blog. Die Bilder fangen einen so richtig ein, da kann man gar net anders als NACHKOCHEN?
    Es grüßt herzlich die Inge

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