Grünkohl – Superfood (Teil II): Die friesische Palme kommt in den Topf!

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Hallo miteinander,

heute möchte ich euch ein klassisches Grünkohlrezept vorstellen – den Grünkohleintopf! Wer Gemüse-Theorie eher nicht so mag, der kann am Besten direkt zum Ende des Beitrags scrollen, da findet er oder sie das Rezept!

Aber zuvor möchte ich euch noch ein bißchen mehr über das Januar-Gemüse Grünkohl erzählen. Grünkohl ist, wie der Name schon verrät, ein Kohl. Was ihn von seinen Kohl-Kumpanen unterscheidet ist der hohe Gehalt an Vitamin C. Darin übertrifft er sie alle! Mit ungefähr 105–150 mg/100 g  gehört der Grünkohl sogar zu den vitaminC-reichsten Lebensmitteln überhaupt. Nun ja, um ehrlich zu sein, bezieht sich das auf den Rohzustand. Und roh habe ich den hübschen Grünkohl bislang  allerdings noch nie gegessen. Bei mir wird er, wie heute auch, ziemlich lange gekocht. Das findet Vitamin C ja nicht so dolle.

Ankündigung: Jetzt ist es sicher! Es wird einen Grünkohl-Superfood (Teil III) geben und ich habe im Gefühl, dass dieser Teil äußerst vitaminC-reich sein wird. Man darf gespannt sein!

Aber zurück zur Grünkohl-Theorie: Er enthält neben Vitamin C noch Senfölglykoside (sekundäre Pflanzenstoffe, die z.T. Infekten vorbeugen sollen), Kalzium, Vitamin B, Kalium, Phosphor, Eisen… Und wahrscheinlich noch viel mehr Gesundes. Diese Bestandteile habe ich bei meiner Recherche am Häufigsten gefunden.

Der Grünkohl wird vor allem in Norddeutschland gerne gegessen. Jetzt haben wir das Problem zu definieren, wo denn Norddeutschland anfängt. In Westfalen finde ich es immer witzig wenn jemand sagt, ich wohnte schon in Norddeutschland… Es lässt sich festhalten: In Norddeutschland, in Westfalen und in Ostwestfalen isst man gerne und häufig Grünkohl. Drum herum wahrscheinlich auch. Nun habe ich herausgefunden, dass dies auch für viele Nordeuropäische Lander, z.B. Schweden, zu gelten scheint. Auch in Great Britain ist man offensichtlich meiner Meinung – Grünkohl schmeckt fantastisch! Die Grünkohlliebe hat sogar unterschiedliche Spitznamen hervorgebracht, wie die im Titel erwähnte friesische Palme.

In Richtung Süden sieht es dann schnell anders aus. Bereits in Süddeutschland scheint der Grünkohl fast vollkommen unbekannt zu sein. Dabei ist es dort im Januar doch auch kalt, oder?

Falls ihr jetzt auch schon Appetit bekommen habt, folgt nach ein paar weiteren Worten zu Butterschmalz auch schon mein persönliches Rezept für Grünkohleintopf (aus dem Dampfkochtopf).

Zuvor möchte ich mit Euch noch eine kleine Story aus meiner Küche teilen: Heute ist mir zum ersten Mal in meiner Kochlaufbahn mein Butterschmalz bei der Herstellung so angebrannt, dass ich ihn komplett wegschütten musste. 😦 Das ist mir noch nie passiert! Und ich koche gerne mit Butterschmalz. Dafür mache ich ihn ganz einfach selbst! Und das geht so: Ich kaufe immer 2 Stücke Butter und schmeiß noch alle Butterreste dazu, die ich im Kühlschrank finden kann und die noch nicht abgelaufen sind. Dann in einem Topf auf eher niedriger Temperatur die Butter erst schmelzen und dann zum Köcheln bringen. Das in der Butter enthaltene Wasser (das für das Spritzen beim Braten mit Butter verantwortlich ist) verdampft beim Köcheln und die Eiweiße (die beim zu hohen Erhitzen verbrennen) setzen sich ab. Wenn ich den Eindruck habe, dass das meiste Wasser verdampft ist und sich Eiweiß und Fett gut getrennt haben, gieße ich den ganzen Topfinhalt durch ein Küchnkrepp, das ich in ein Sieb lege. Unter das Sieb stelle ich ein Behältnis, indem der Butterschmalz später in den Kühlschrank wandern kann. Das Gießen dauert etwas, aber mit etwas Geduld hat man später ganz leckeren Butterschmalz für’s Kochen und Braten. Voila!

Grünkohleintopf: Man nehme für 2 gierige Mäuler (alle Angaben sind als frei veränderbare Richtwerte zu sehen):

1 kg frischen Grünkohl

500g Kartoffeln, fest kochend (ich hatte heute Belana)

2 kleine Äpfel (ich koche am liebsten mit Boskop)

2 Zwiebeln

2 Mettendchen

Butterschmalz (oder Rapsöl)

Salz, Pfeffer, Chilipulver

Und so geht’s: Erstmal muss man dem Grünkohl-Berg Herr werden. Ich wasche ihn am liebsten direkt in meinem Spülbecken in kaltem Wasser. Dafür schneide ich die einzelnen Blätter vom Stiel. Nach dem Waschen schüttele ich das Wasser gut ab und schneide die Blätter (Mama sagte: wie beim Brot halt) in fingerbreite Streifen. Richtig dicke Strünke schneide ich raus, muss man aber nicht. Dann Zwiebeln in Stückchen schneiden und in Butterschmalz anschwitzen. Dann gebe ich den Grünkohl dazu, immer soviel, wie in den Topf passt. Mit etwas Zeit fällt der Kohl zusammen und es passt mehr in den Topf. Wenn der gesamte Kohl im Topf Platz gefunden hat, schäle und wasche ich die Kartoffeln und schäle und entkerne die Apfel, schneide alles in Stücke. Die Apfel- und Kartoffel-Stücke kommen mit einer großen Tasse Wasser und den Gewürzen mit in den Topf. Alles gut umrühren und dann noch die Mettendchen drauflegen.

Dampfkochtopfdeckel verschließen, wie in der Gebrauchsanleitung erhitzen (bitte achtet auch auf die Füllhöhe im Topf!) und sobald der Druck hoch genug ist ca. 25 Minuten kochen. Danach wieder, wie in der Gebrauchsanleitung angegeben, abkühlen lassen, Topf öffnen, Durchrühren, abschmecken und genießen! Guten Appetit.

3 Kommentare zu “Grünkohl – Superfood (Teil II): Die friesische Palme kommt in den Topf!

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